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21.09.2016

PresseclubTalk mit Christian Mihr zur Situation der Journalisten in der Türkei


Infolge der Repressionswelle seit dem Putschversuch Mitte Juli ist die Türkei innerhalb weniger Wochen zum Land mit den weltweit meisten inhaftierten Journalisten geworden – noch vor notorischen Unterdrückern der Pressefreiheit wie den Regimen in China und dem Iran. Über die aktuelle Situation der Informations- und Meinungsfreiheit in der Türkei sprachen Mitglieder des Kasseler Presseclubs mit dem Geschäftsführer der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, Christian Mihr, im Rahmen eines PresseclubTalk in der Caricatura. Die Moderation hatte Elke Bockhorst übernommen.


Christian Mihr (4.v.l.) beim PresseclubTalk in der Caricatura (Foto:M.Eull)


Christian Mihr, in Kassel geboren und in Eschwege aufgewachsen, skizzierte ein bedrückendes Bild der Journalisten in der Türkei, die für die Pressefreiheit eintreten und sich nicht gescheut haben, kritisch über die Willkür der türkischen Regierung zu berichten. Bislang wurden mehr als hundert Medien geschlossen und über zahlreiche Journalisten verhaftet – darunter viele, die Korruption und Machtmissbrauch der Regierung aufgedeckt haben. Weitere wurden mit Ausreiseverboten belegt.

Zu der weltweiten Arbeit von „Reporter ohne Grenzen“ sagte Mihr:“ Wir sind international überall dort aktiv, wo die die Presse-und Meinungsfreiheit unterdrückt wird- da sind uns Landesgrenzen egal". Keine Untertsützung würde allerdings dort erfolgen, wo Journalisten selbst aktiv zu Gewalt aufrufen würden. „Reporter ohne Grenzen“ sei auf Fördermitglieder angewiesen, aber noch mehr würde er sich über ehrenamtliches Engagement freuen. Die Organisation hat ihren Sitz in Berlin.

Sein Buchtipp zum Thema  Türkei: „Euphorie und Wehmut: Die Türkei auf der Suche nach sich selbst“ von Ece Temelkuran.  G. Birmes