Aktuelles ›› Rückblick

17.11.2017

Rekord: Presseclub bot Mitgliedern in 2017 24 Veranstaltungen an


Kurz vor seinem 25jährigen Bestehen in 2018 kann der Presseclub Kassel auf ein außergewöhnliches Veranstaltungsjahr zurückblicken: Zu insgesamt 24 Veranstaltungen wurden die Mitglieder eingeladen. Wie die Vorsitzende Sabine Herms in der Mitgliederversammlung in der Caricatura erklärte, war ist dies seit der Gründung ein Rekord.


PresseclubTalk mit Prof. Haller und Mitgliederversammlung. Foto: Birmes


Das Themenspektrum reichte vom Filmbesuch beim Neujahrempfang, über Fake News ,erläutert von Prof. Schicha,  bis hin zur Verleihung des Claudia Hohmann- Preises- und natürlich der documenta 14: Start war der „Spaziergang als Wissenschaft“, die Vorstellung von doc-Professorin Nora Sternfeld bis hin zu den elf Veranstaltungen in der Reihe „Mein doc-Lieblingskunstwerk“, die von zahlreichen Mitgliedern und Gästen besucht wurden. Vorsitzende Sabine Herms dankte Elke Bockhorst und Dr. Andreas Knierim für das Konzept und die Umsetzung der doc-Veranstaltungsreihe.

Schatzmeister Harald Kühlborn gab anschließend einen Überblick über die Finanzen des Presseclubs. Um die Aufwendungen für Veranstaltungen besser schultern zu können, stimmte die Mitgliederversammlung einer mäßigen Beitragserhöhung zum 1. Januar 2018 zu. Ferner wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Prof. Michael Haller stellte Studie zur

Berichterstattung über die Flüchtlingskrise vor

Prof. Michael Haller leitete bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl I für Journalistik an der Uni Leipzig und war zuletzt als Forschungsleiter der Hamburg Media School tätig. Im Juli 2017 beschäftigte er sich in einer umfangreichen Studie mit dem bisweilen vorhandenen Gleichklang führender Medien am Beispiel der Berichterstattung über die Flüchtlingskrise. Haller spricht von Mainstreammedien, die zu einseitig die Perspektive der Politik wiedergegeben haben. Der journalistische Qualitätsgrundsatz sei in rund der Hälfte der untersuchten Berichterstattungen nicht durchgehalten worden.

Mit der Studie gelingt es Haller erstmals faktenbasiert herzuleiten, woher der allgemein diagnostizierte Bruch zwischen Publikum und Medien herrühren könnte: Konformität, Orientierung an den (politischen) Eliten, Bevormundung. All dies führe zum Vertrauensverlust. Er lenkt unseren Blick damit auf ein grundlegendes, strukturelles Problem der Medienbranche. Näheres in der Studie auf der Hompage der Otto-Brenner-Stiftung.                                                                               

G.-M. Birmes