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16.11.2014

Gute Chancen für guten Lokaljournalismus


Die Lokalzeitung hat eine Zukunft. Darin waren sich HNA-Verleger, Dr. Dirk Ippen, und der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands (DJV), Michael Konken, einig. Sie waren am 13. November zu Gast im Kasseler Presseclub, um über die Zukunft der Zeitung zu diskutieren. .


HNA-Redakteur Jörg Steinbach (mitte) moderierte die Diskussion zwischen Dr. Dirk Ippen (rechts) und Michael Konken im Kasseler Presseclub (Foto:Birmes).


Die Lokalzeitung hat eine Zukunft. Darin waren sich HNA-Verleger, Dr. Dirk Ippen, und der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands (DJV), Michael Konken, einig. Sie waren am 13. November zu Gast im Kasseler Presseclub, um über die Zukunft der Zeitung zu diskutieren.

 Für den Fortbestand des lokalen Mediums spreche seine große Tiefe. "Rund 1500 Lokalredaktionen in Deutschland sind das Rückgrat. Das bietet kein anderes Medium", sagte Deutschlands fünftgrößter Verleger. "Die Zukunft ist das Lokale!", versicherte Michael Konken. Allerdings müßte der Lokaljournalismus mehr in die Tiefe gehen, also noch lokaler werden.

 Als größte Herausforderung für den Journalismus betrachteten die beiden Experten das Internet mit seinen grenzenlosen Möglichkeiten zu kommunizieren. "Eigentlich braucht man keinen Verleger mehr. Wir sind in einem Zeitalter, in dem jeder mit jedem kommunizieren kann. Das hat die Lage grundlegend verändert", bilanzierte Ippen nüchtern. Gerade deshalb sei guter Journalismus heute wichtiger denn je, meinte Konken. "Denn wie garantieren wir sonst, dass das, was im Netz steht, seriöse Nachrichten sind?"      

Und die Einnahmeseite? Klar ist: Mit Werbebannern im Netz allein läßt sich keine Zeitungsredaktion finanzieren. Derzeit erwirtschafte die HNA vier Prozent ihrer Einnahmen durch Werbung im Internet, erläuterte Ippen. Viel wertvoller indes sei das Datenmaterial der Internetleser, denn damit könne der Verlag die Nutzer direkt ansprechen. "Das sind ganz andere Dimensionen als Bannerwerbung", sagte der Verleger. Deshalb werde HNA-Online seine Leser wohl bald bitten, sich zu registrieren. Dies sei ein großer Schritt, der mit Vorsicht gemacht werden müsse, sagte Ippen.

Susanne Scheerer-Maaß